Unsere Gemeinde feiert 500 Jahre Reformation mit einem Kunstwerk„Auf dem Weg“ – diesen Titel trägt die dreiteilige Skulptur von Stephan Guber, die seit dem Reformationstag den Weg an der Falkensteiner Martin-Luther-Kirche säumt. Die Einweihung am Reformationstag bildete den Höhepunkt des Jubiläumsprogramms unserer Gemeinde.

Der Festgottesdienst konnte erst mit Verspätung beginnen – so zahlreich versammelten sich die Gemeinde und Gäste; und obwohl die maximale Zahl der Zusatzplätze ausgenutzt wurde, fanden nicht alle Platz. Eine besondere Freude war die rege Anteilnahme der katholischen Gemeinde in Falkenstein.

Festlich gerahmt wurde der Gottesdienst durch Musik für zwei Sopran, Bläserensemble und Schlagzeug. Alexander Grün, der Kirchenmusiker der Gemeinde, hat die Gemeindechoräle für diese Besetzung ebenso aufwendig wie originell arrangiert.

In seiner Predigt nahm Pfarrer Breidenstein den Titel der Skulptur auf und setzt das Aufbrechen in Beziehung zum Gegründetsein. Breidenstein beschrieb den Weg, auf den die Gemeinde sich gemacht hat. Das Jubiläumsjahr habe viele Kräfte in der Gemeinde freigesetzt, was man daran erkenne, dass das vielfältige Programm aus der Mitte des Kirchenvorstandes und der Gemeinde heraus entstand. Viele neue Veranstaltungsformate werden das Leben der Gemeinde künftig bereichern.

In einer kleinen Ausstellung konnten die Gäste das Jubiläumsprogramm, das die Kirchenvorsteherinnen Kathrin Vogel und Dagmar Spill federführend erarbeitet hatten, anschließend Revue passieren lassen.

In einem Festakt wurde die Skulpturengruppe dann in Anwesenheit des Künstlers der Gemeinde und der Öffentlichkeit übergeben.

Viele Falkensteiner Spaziergänger hatten die Entstehung der Skulpturen in den letzten zwei Monaten selbst in Augenschein nehmen können: Auf der Lichtung „Unter den Eichen“ hatte der Wetterauer Bildhauer Stephan Guber eine temporäre Werkstatt errichtet, wo er an der dreiteiligen Skulptur aus Eichenstämmen aus der Region arbeitete.

Die Idee zum Auftrag des Werkes entstand im Kirchenvorstand. Dabei war kein Lutherdenkmal vorgesehen. Vielmehr war dem Kirchenvorstand daran gelegen, einen Künstler um eine autonome Arbeit zu bitten, die eine eigenständige Aussage macht.

So entstand die Skulptur auf dem Hintergrund eines Werkstattprozesses. Bei verschiedenen Veranstaltungen und Werkstattgesprächen kamen der Künstler und Gemeindeglieder ins Gespräch darüber, welche Impulse von der Reformation für unsere Gegenwart ausgehen. Daraus schöpfte der Künstler Anregungen für sein Werk, das sich mit dem Bild des Menschen auseinandersetzt. Hier entstand auch die Idee, eine Entwicklung darzustellen.

Neben Andreas Vogel für den Förderverein der Gemeinde und dem Kirchenvorstandsvorsitzenden Wolf von Egloffstein sprach beim Festakt auch Bürgermeister Leonard Helm und lobte als katholischer Christ die Ökumenische Ausrichtung des Jubiläums in der Falkensteiner Gemeinde.

Im Gespräch mit dem Künstler zeichnete Pfarrer Breidenstein die Entwicklungen, die „Wege“ nach, die die Skulpturengruppe beschreitet.

Zum Abschluss noch ein denkwürdiges Erlebnis: Die Versammelten sangen unter freiem Himmel „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Finanziert werden soll das Kunstwerk durch Spenden und Stiftungen. Auch das ist eine gute Tradition in der Falkensteiner Gemeinde, die sich seit ihrer Gründung dadurch auszeichnet, dass ihre Mitglieder sich in der Verantwortung sehen.

Hier einige Fotos des Festgottesdienstes: 

Bis in den letzten Winkel war die Kirche gefüllt.

In den Fenstern unserer Buchstaben, mit denen wir die Reformation „buchstabiert“ haben. 

Alexander Grün und das von ihm versammelte Ensemble. 

Und hier Fotos vom Festakt: 

Der Platz vor der Kirche fasste kaum die Zahl der Gäste. 

Stephan Guber (links) mit Wolf von Egloffstein, dem Vorsitzenden des Kirchenvorstandes (Mitte), und Andreas Vogel, dem Vorsitzenden des Fördervereins Martin Luther (rechts).

Pfarrer Breidenstein im Gespräch mit Stephan Guber:

Auch Bürgermeister Leohard Helm gratuliert und lobt die Ökumenische Ausrichtung des Jubiläums.  

 

Die Ehefrau von Stephan Guber durchschneidet das symbolische Band.

 Zum Schluss sangen alle gemeinsam „Ein feste Burg ist unser Gott“. 

 Nach dem Aufräumen hat sich der Kirchenvorstand ein Gläschen verdient!

 

 

Hintergrund: Stephan Guber

Seit 1989 ist der Wetterauer Bildhauer als freier Künstler tätig. Seit ca. 2000 gewann die skulpturale Arbeit, vorwiegend in Holz, immer mehr an Bedeutung. Im Zentrum seiner künstlerischen Thematik steht stets der Mensch in seiner inneren und äußeren Verfasstheit und seine Eingebundenheit in die ihn umgebende Welt. Kern seiner Arbeit bilden Begegnungsräume, in denen oft das lebendige „Dazwischen“ erlebbar wird und in denen das Durchdringen von Innen- und Außenräumen und der Moment des Übergangs, die „Schwelle“, erfahren werden können.

http://stephan-guber.de