Für den anderen da sein

In seinem großen Gleichnis vom Weltgericht (Matthäus 25) stellt Jesus ein erstaunlich einfaches Kriterium auf: 

„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern,
das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25, 40)

Die Diakonie ist unverzichtbar für die Kirche. Der Dienst für Gott und
der Dienst am Nächsten können nicht voneinander getrennt werden.
 

Den Impuls zum Dienst am Anderen haben Menschen aus dem Glauben immer empfangen. Er zieht sich durch die gesamte Kirchengeschichte wie ein roter Faden. So sehr sich die Kirche in der Geschichte auch von einer Existenz als Dienerin entfernt und Gefallen am Herrschen gefunden hat, so ist doch dieser Faden des Dienstes niemals abgerissen; und die Früchte, die er hervorgebracht hat, waren oft beständiger und wichtiger als die Früchte der kirchlichen Herrschaft.  

Diakonie ist nicht nur die Linderung äußerer Not; sondern sie bringt Menschen zusammen und hilft, Scheidungen zu überwinden und Trennungen zu heilen. Sie ist nötig, damit die Gemeinschaft lebendig bleibt. 

Wer sich dem Nächsten zuwendet, heilt nicht nur die Defizite der Bedürftigen, sondern die Defizite der Gemeinschaft.  

Heute ist die Diakonie längst professionell geworden. Aber selbstverständlich geht unsere heutige Diakonie auch nicht in der Organisation gleichen Namens auf. Sie ist von uns allen gefordert und uns allen zugetraut. Und sie ist heute nicht mehr nur Dienst an Hungernden; unsere Diakonie ist oft auch die Aufgabe des Dienstes an den Satten.  

Auch hier in unsere Gemeinde sind viele an diesem Dienst beteiligt: Wenn sie andere Menschen besuchen, aktiv werden, wenn sie Not sehen. Oder wenn sie Angebote machen, damit Menschen zueinander finden können; Feste und Feiern organisieren und Angebote für die Freizeitgestaltung. Natürlich auch die, denen die Kinder am Herzen liegen. Und auch die, die sich auch für kleine Verrichtungen, die ja oft so viel helfen, nicht zu schade sind. Auch diejenigen, die spenden. All diese Menschen – und es sind gewiss viel mehr, als sie jetzt denken – tun damit einen hohen Dienst, auch wenn manch geringe Arbeit dabei sein mag. 

 

 
 
 
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